Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 12. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseSa, 29.08.2020

„Heile, heile Gänschen.“ Einmal Pusten und schon wird es wieder besser. Das Kind beruhigt sich. Die Schramme am Knie tut schon nicht mehr so doll weh. Heilung braucht Zuwendung. Von dieser Erfahrung erzählt der 147. Psalm.

 

1 Lobet den HERRN!  Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding,

ihn loben ist lieblich und schön.

2 Der HERR baut Jerusalem auf

und bringt zusammen die Verstreuten Israels.

3 Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.

4 Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen.

5 Unser Herr ist groß und von großer Kraft,

und unermesslich ist seine Weisheit.

6 Der HERR richtet die Elenden auf und stößt die Frevler zu Boden.

11 Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten,

die auf seine Güte hoffen.

 

Es gibt Wunden, die brechen immer wieder auf. Zumeist sind es Verletzungen an der Seele, die immer wieder schmerzen, die einfach nicht heilen wollen. Manchmal reicht ein einziges Wort und schon ist er wieder da, der Schmerz, der einem vor Jahren durch verletzende Worte zugefügt wurde.

Die Zeit heilt alle Wunden – wie schön wäre es, wenn das stimmen würde. Doch es gibt Wunden, die nicht heilen. Die neue Haut, die nachgewachsen ist, ist so dünn, dass ein kleiner Anstoß ausreicht, und schon bricht sie wieder auf. Und wie könnte ein zerbrochenes Herz verbunden werden, so dass es wieder ganz wird?

In der Psychologie wird von traumatischen Erfahrungen gesprochen, bei der die Seele so tief verletzt ist, dass Heilung nicht möglich scheint. Doch es gibt auch die Erfahrung, dass Menschen trotz tiefer seelischer Verletzungen, ein Leben voller Vertrauen und Erfüllung führen. Es gelingt ihnen, die Narben, die sie tragen, als ein Teil, der zu ihnen gehört, anzunehmen. Mit dem Begriff der Resilienz wird dies erklärt.

Der Mensch, der die Worte des Psalms gebetet hat, würde es wohl eher als göttlichen Wirkens bezeichnen. Denn er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Gott schafft Heil! – von dieser Hoffnung ist dieser Mensch erfüllt. So wie auch Dietrich Bonhoeffer, der in seinem Gedicht von den guten Mächten geschrieben hat: „Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last: Ach Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen das Heil, für das du uns bereitet hast.“

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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Di, 29. Sep. 2020
Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.
Psalm 116,10
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