Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 3. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseFr, 26.06.2020

Mehr Lob und Dank geht nicht! Übervoll sind Herz und Seele des Menschen, der den 103. Psalm gebetet hat. Und das, obwohl nicht immer alles in seinem Leben glatt gelaufen ist.

 

1 Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

2 Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

3 der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen,

4 der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

5 der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler.

6 Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden.

7 Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.

8 Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.

9 Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben.

10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden

und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,

lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

12 So fern der Morgen ist vom Abend,

lässt er unsre Übertretungen von uns sein.

13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,

so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

 

Immer wieder habe ich gerne die beiden ersten Verse dieses Lobpsalms vorgelesen, wenn ich einem Ehepaar zur Goldenen oder Diamantenen Hochzeit gratuliert habe. Die Worte stehen auf der Urkunde, die anlässlich eines Ehejubiläums überreicht wird. Spontane Zustimmung war oft die Reaktion. „Ja, es war zwar nicht immer einfach, wir haben manches auch miteinander durchlitten, aber wir sind doch sehr dankbar.“

Es ist eine Gabe, so auf das Leben zu blicken: sich nicht an dem aufzureiben und darüber zu klagen, was zu ertragen war oder was nicht gelungen ist, sondern sich an das zu erinnern, was gut war. Wenn dann von Dankbarkeit gesprochen wird, dann bedeutet das, es nicht als selbstverständlich oder als eigenen Verdienst anzunehmen, sondern als ein Geschenk.

Dieses Geschenk erhalten wir aus freien Stücken –  aus Gnade, Barmherzigkeit und Güte. Das sind die Worte, mit denen Gottes Motivation beschrieben wird. Er will unser Bestes. Was aber nicht bedeutet, dass wir vor Irrwegen bewahrt bleiben. Immer wieder vergessen wir, dass unsere Möglichkeiten und unsere Macht begrenzt sind. Dann meinen wir, unser Leben in dieser Welt ohne Gott gestalten zu können. Und gerade dann wird deutlich wie groß und stark Gottes Motive sind. Er bleibt dennoch bei uns wie ein liebender Vater.

Unsere Antwort darauf darf sein, dass wir ihn fürchten. Denn Fürchten hat in der biblischen Sprache nichts mit Angst zu tun, sondern mit Achtung und Anerkennung. Wer anerkennt, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist, wer darauf achtet, wo Spuren seiner Gnade zu sehen sind, wird das Gute nicht vergessen.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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