Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 5. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseSa, 11.07.2020

Empörung spricht aus den Worten des 73. Psalms für diese Woche, – Empörung über die, die große Reden schwingen, und über die, die ihnen nachlaufen. Und dennoch…

 

1 Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.

2 Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen;

mein Tritt wäre beinahe geglitten.

3 Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,

da ich sah, dass es den Frevlern so gut ging.

8 Sie höhnen und reden böse, sie reden und lästern hoch her.

9 Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein;

was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

10 Darum läuft ihnen der Pöbel zu und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen.

23 Dennoch bleibe ich stets an dir;

denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,

so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

 

Dennoch! Das ist das Wort, das mich sofort erreicht. Es erreicht mich in meinen widersprüchlichen Gefühlslagen, wenn ich die Geschehnisse in der Welt verfolge. Dennoch – obwohl ich mich Frage, warum die Reichen noch reicher werden… Dennoch – obwohl ich mit Sorge und Schrecken daran denke, wie viele Todesopfer die Pandemie noch in den ärmsten Ländern der Welt fordern wird… Dennoch –  obwohl es Menschen gibt, die meinen zu wissen, dass das alles Gott gewollt ist…

Dennoch bleibe ich! Ich bleibe im Glauben an Gott, der es gut mit mir meint, der mich hält, der mich leitet und mir Orientierung gibt. Damit ich nicht reinfalle auf die Verschwörungsreden, auf die, die immer ein Antwort parat haben, auf die, die von einer Strafe Gottes reden, auf die, die mit all ihren Worten ihre eigenen Interessen verfolgen.

Dennoch glaube ich, dass Gott uns einen freien Willen gegeben hat, um das Gute in uns zur Entfaltung zu bringen. Dennoch bleibe ich im Glauben, dass nur durch Gutes Böses überwunden werden kann. Dennoch bleibe ich bei Gott, der meine Hand hält, mich leitet und mich tröstet, wenn es schwer fällt, im Dennoch zu leben.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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