Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 6. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseSo, 19.07.2020

Kennt Gott uns besser als wir uns selber kennen? Weiß er, was uns bewegt, bevor wir es wissen? Ja, so ist es! Da ist er sich ganz sicher, der Mensch, der diese Worte aus dem 139. Psalm gebetet hat.

 

1 Herr, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;

du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,

das du, Herr, nicht schon wüsstest.

5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,

ich kann sie nicht begreifen.

7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,

und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

8 Führe ich gen Himmel, so bist du da;

bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,

10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken

und Nacht statt Licht um mich sein –,

12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,

und die Nacht leuchtete wie der Tag.

 

Ganz gleich, wo ich bin, ganz gleich, was ich tue, ganz gleich, was ich denke oder plane, – Gott weiß es schon. In Allem war er schon da. Bei Allem ist er dabei. Bei Allem wird er sein. So sicher ist diese Erkenntnis und doch so unbegreiflich. So bergend ist dieser Glaube, doch auch so verwirrend, dass Fluchtgedanken auftauchen.

Doch hier wird nicht mit erhobenem Zeigefinger gesagt: „Gott sieht alles!“. Hier wird gesagt: „Gott kennt dich durch und durch; und darum versteht er dich.“ Und die Furcht verschwindet. Vor diesem Gott brauche ich nicht davon zu laufen. Diesem Gott kann ich mich anvertrauen – gerade mit meinen Widersprüchlichkeiten.

Es sind Worte, die für jede Lebenssituation passen. Und so sind Verse aus diesem Psalm gleichermaßen beliebt als Tauf- und Konfirmationsspruch, aber auch als Gebet bei einem Trauergottesdienst.

Es sind Worte für überall und jederzeit. Es sind Worte für die Ewigkeit.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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