Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 7. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseSa, 25.07.2020

Der erste Vers aus dem 107. Psalm gehört an vielen Orten zur Abendmahlsliturgie. Es ist der dankbare Abschluss nach der Stärkung durch Brot und Wein bzw. Traubensaft.

 

1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN,

die er aus der Not erlöst hat,

3 die er aus den Ländern zusammengebracht hat

von Osten und Westen, von Norden und Süden.

4 Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege,

und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,

5 die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete,

6 die dann zum HERRN riefen in ihrer Not

und er errettete sie aus ihren Ängsten

7 und führte sie den richtigen Weg,

dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:

8 Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder,

die er an den Menschenkindern tut,

9 dass er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem.

 

Wann haben Sie das letzte Mal Abendmahl gefeiert? Im März vor dem Lockdown? Oder ist es noch länger her. Seit einigen Wochen feiern wir nun wieder Gottesdienste in unseren Kirchen. Und doch ist alles anders: kein Gesang, keine ausgestaltetet Liturgie und kein Abendmahl. „Ich vermisse die Feier des Abendmahls. Mir war gar nicht bewusst, wie wichtig mir das ist.“ So sagte mir es kürzlich eine Frau nach dem Gottesdienst. Es war nur eine kurze Mitteilung an der Kirchentür. Jetzt frage ich mich, ob sie wohl näher beschreiben könnte, was genau ihr fehlt. Ist es die Gemeinschaft mit anderen am Altar? Oder ist es das Erleben der Gegenwart Gottes? Ist es die Stärkung, die durch beides auf unterschiedliche Weise erfahrbar wird?

Wie bei so manchem in dieser Zeit lässt uns das Fehlen und der Verzicht von sonst so Selbstverständlichem erst bewusst werden, was uns wichtig ist und was eine größere oder tiefere Bedeutung für uns hat. Das ist eine der guten Erfahrungen dieser Zeit, für die ich auch dankbar bin.

Und noch viel größer ist mein Dank für all das, was uns nicht fehlt, was wir noch immer in Fülle haben: Essen und Trinken, Krankenhäuser mit genügend Betten und medizinischem Gerät.

Und sogleich werde ich demütig und fühle mich hilflos angesichts der Millionen Menschen, die Mangel an all dem leiden. Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht darum von einem Weckruf für die Weltgemeinschaft. Denn die Pandemie decke die Ungleichheiten in der die Weltbevölkerung lebt schonungslos auf. Die Welt befinde sich an einem Bruchpunkt zwischen Chaos und Spaltung oder Beseitigung des Unrechts der Vergangenheit.

Und ich hoffe darauf, dass wir mit Gottes Hilfe zusammenkommen – von Osten und Westen, von Norden und Süden.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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