Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 8. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseSa, 01.08.2020

Jede Religion kennt einen oder mehrere heilige Orte. In den alttestamentlichen Psalmen wird immer wieder der Berg Zion genannt. Dorthin pilgern bis heute Gläubige, um zu Gott zu beten; mit welcher Freude können wir im 48. Psalm lesen:

 

2 Groß ist der HERR und hoch zu rühmen

in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.

3 Schön ragt empor sein Gipfel, daran sich freut die ganze Welt.

9 Wie wir's gehört haben, so sehen wir's

an der Stadt des HERRN Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes:

Gott erhält sie ewiglich.

10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel.

11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

12 Es freue sich der Berg Zion,

und die Töchter Juda seien fröhlich um deiner Rechte willen.

13 Ziehet um den Zion herum und umschreitet ihn, zählt seine Türme;

14 habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste,

dass ihr den Nachkommen davon erzählt:

15 Dieser ist Gott, unser Gott für immer und ewig.

Er ist's, der uns führet.

 

Heilige Orte gibt es überall auf der Welt. Die ältesten sind Orte, die durch natürlich entstandene Formationen auf sich aufmerksam machen, wie etwa besondere Gesteinsformationen oder Höhlen. Staunend verstanden Menschen diese Wunder der Natur als Orte göttlicher Offenbarung. Der legendäre Berg Uluru oder Ayers Rock in Australien ist ein signifikantes Beispiel dafür. Später erst entstanden die von Menschenhand gefertigten Kultstätten und Tempel als Zentren göttlicher Verehrung. Auf allen Kontinenten sind sie zu finden.

Wie traurig, dass viele dieser Orte, die dem Gebet und der spirituellen Entfaltung dienen sollten, zum Spielball von Machtinteressen wurden. Der Zions- oder Tempelberg in Jerusalem ist ein beredtes Beispiel dafür. Und nun auch wieder die Hagia Sophia in Istanbul. Die im 6. Jahrhundert erbaute Kirche der „Heiligen Weisheit“  wurde von 1453 bis 1935 als Moschee genutzt. Der „weise“ erste Präsident der Türkei, Kemal Atatürk, ließ den Sakralbau 1935 zu einem Museum erklären, um seine Politik eines säkularen Staates zu unterstreichen. Und nun wieder die Kehrtwende.

Wie schöne wäre es, wenn die ganz unterschiedlichen Orte verschiedener Religionen heilige Orte wären, an denen sich „die ganze Welt“ freuen kann, wie es im Psalm zu lesen ist. Denn Gott zeigte sich uns Menschen zu allen Zeiten und auch auf verschiedene Weise. Gott ist „für immer und ewig“, zeitlich unbegrenzt. Darum sollte unser Respekt auch heiligen Orten anderer Religionen und Völker gelten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um in Koexistenz in einer Welt mit verschiedenen Weltreligionen in Frieden zu leben.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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