Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm 9. SONNTAG nach TRINITATIS

Kirche zu HauseSa, 08.08.2020

Glauben heißt nicht wissen. Glauben heißt suchen. Glauben heißt vertrauen. Glaube ist ein Weg. Wir können ihn mitgehen, wenn wir den Worten des 63. Psalms folgen.

 

2 Gott, du bist mein Gott, den ich suche.

Es dürstet meine Seele nach dir, mein Leib verlangt nach dir

aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist.

3 So schaue ich aus nach dir in deinem Heiligtum,

wollte gerne sehen deine Macht und Herrlichkeit.

4 Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich.

5 So will ich dich loben mein Leben lang

und meine Hände in deinem Namen aufheben.

6 Das ist meines Herzens Freude und Wonne,

wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann;

7 wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich,

wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.

8 Denn du bist mein Helfer,

und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.

9 Meine Seele hängt an dir; deine rechte Hand hält mich.

 

„Du bist mein Gott, den ich suche“ – was für ein merk- und denkwürdiger Satz. Wie kann ich, während ich suche, schon sagen „du bist“?

Doch genau solch ein Satz beschreibt das, was Glaube bedeutet. Der Glaube ist nicht das, was ich vermute, wenn ich mir in einer Sache nicht ganz sicher bin. Der Glaube ist das, worauf ich vertraue, obwohl und trotzdem ich mir nicht ganz sicher bin.

Darum gibt es auch die Glaubensgewissheit, die dem ersten Anschein nach in sich widersprüchlich ist. Doch genau das Widersprüchliche, das Obwohl oder Dennoch macht den Glauben aus. Glaube braucht das Vertrauen, dass ich mich anvertrauen kann, dass ich mich von meinen mir eigenen Grenzen lösen kann, dass ich frei werden kann für Erfahrungen, die über das Irdische und Beweisbare hinausgehen.

Wer glaubt, sagt nicht „die Hoffnung stirbt zuletzt“, sondern „die Hoffnung stirbt nie“. Glaube ist nicht starr, Glaube ist Bewegung, ein Hin und Herr zwischen mir und IHM oder IHR. Es ist der Glaube an Gott, der mich schon lange gefunden hat, während ich noch suche.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


Kirche zu Hause

Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
Kirche zu Hause

helfen schenken teilen tauschen

Foto: Adobe.com/[People Hands Holding Colorful German Word Helfen]
Kirche Oldenburg hilft: helfen schenken teilen tauschen

Kalenderblatt

Do, 1. Okt. 2020
Weil dein Herz weich geworden ist und du dich gedemütigt hast vor Gott, so habe ich dich auch erhört, spricht der HERR.
2. Chronik 34,27
http://www.kirche-oldenburg.de

Service

  • Startseite
  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2020 Ev.-luth. Kirchenkreis Wesermarsch | Eselstraße 6 | 26939 Ovelgönne| Telefon 04483-9305254 | E-Mail Kirchenkreis.WM@No Spamkirche-oldenburg.de