Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm EXAUDI

Kirche zu HauseSo, 24.05.2020

Drei Tage nach dem Tag der Himmelfahrt Christi feiern wir den Sonntag Exaudi (24. Mai 2020). Der lateinische Name stammt aus dem 7. Vers des Wochenpsalms und bedeutet übersetzt „ Höre!“.

Dieses Wort zeigt an, dass im Zentrum  des 27. Psalms die Bitte um Gottes Aufmerksamkeit steht.

 

1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil;

vor wem sollte ich mich fürchten?

Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?

7 Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;

sei mir gnädig und antworte mir!

8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.«

Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.

9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!

Denn du bist meine Hilfe;

verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils!

10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,

aber der Herr nimmt mich auf.

11 Herr, weise mir deinen Weg

und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.

12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde!

Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht.

13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde

die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.

14 Harre des Herrn!

Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!

 

Ein Gefühl der Verlassenheit muss sie überfallen haben, als die Jünger Jesus hinterherschauten – den Blick gen Himmel gewandt. Auch der Mensch, der mit den Worten des 27. Psalms gebetet hat, muss dieses Gefühlt gekannt haben. Ausdrücklich bittet er „Verlass mich nicht!“. Jeder Mensch kennt immer wieder mal dieses Gefühl, sich mutterseelenallein oder auch gottverlassen zu fühlen. Es ist das Gefühl tiefster Einsamkeit und Verlorenheit.

Gerade in den letzten Wochen haben Viele dieses Gefühl gehabt. Wie eingesperrt, haben sich Alleinlebende in ihren vier Wänden gefühlt. Pflegebedürftige Menschen durften in Wohnheimen nicht einmal von ihrer engsten Familie besucht werden. Die Hände Sterbender konnten nicht von Angehörigen gehalten werden. Eine schwer belastende Situation auch für die Pflegerinnen und Pfleger. Woher kommt Hilfe, wenn etwas nicht mehr zu ertragen ist, was wir allein nicht tragen können?

Es ist eine Gnade dann solche Worte zu finden, wie in diesem Psalm: Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?  Ich hoffe darauf, solche Worte zu finden, wenn ich mich verlassen fühle, und zu spüren: Er ist da – immer – jetzt und allezeit und überall.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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