Kirche zu Hause

Gedanken zum Wochenpsalm ROGATE

Kirche zu HauseSo, 17.05.2020

Rogate – Bittet! oder Betet! – auch dieser Sonntag (17. Mai 2020) trägt einen lateinischen Namen. Ursprünglich rührt der Name von Bittprozessionen für eine gute Ernte her, wie sie in wenigen sehr traditionell geprägten katholischen Gemeinden noch heute durchgeführt werden. Nach der evangelischen Ordnung der biblischen Lesungen hat sich das Thema des Sonntags jedoch ganz auf die Bedeutung des Betens an sich verschoben.  So wie auch in den ersten sieben Versen aus dem 95. Psalm.

 

1 Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken

und jauchzen dem Hort unsres Heils!

2 Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen

und mit Psalmen ihm jauchzen!

3 Denn der Herr ist ein großer Gott

und ein großer König über alle Götter.

4 Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,

und die Höhen der Berge sind auch sein.

5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,

und seine Hände haben das Trockene bereitet.

6 Kommt, lasst uns anbeten und knien

und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.

7 Denn er ist unser Gott

und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

 

Gott sein Dank! So sagen wir manches Mal, ohne uns wirklich bewusst zu sein, dass wir damit gerade ein Gebet gesprochen haben. Voller Erleichterung kommen diese Worte über die Lippen, weil gerade eine positive Nachricht von Sorgen befreit. Doch wie sieht es eigentlich mit dem ganz bewussten Dankgebet aus? Ich erinnere mich daran, dass, als meine Kinder noch klein waren, es beim Zubettgehen zum Gute-Nacht-Ritual gehörte, auf den Tag zurückzublicken und zu überlegen, was das Schönste und was das Blödeste an ihm war. Und das haben wir dann zusammen in einem freien Gebet vor Gott gebracht. Dank und auch Klage wurde so in seine Hände gelegt, und die Kinder konnten beruhigt einschlafen. Wie ist es bei Ihnen gewesen? Sind Sie mit einem Gute-Nacht-Gebet groß geworden? Vielleicht sogar vor dem Bett kniend, die Hände gefaltet aufs Laken gestützt?

Aber mit dem Niederknien haben wir Evangelischen es ja nicht so. Warum eigentlich nicht? Gibt es einen Grund, der dagegen spricht? Nein, an vielen Stellen in der Bibel ist davon zu lesen, dass Menschen zum Gebet ihr Knie beugen. Dass das Knien in der evangelischen Kirche nur noch bei Segnungen geschieht, liegt eher daran, dass in der Zeit der Trennung der Kirchen Zeichen der Abgrenzung voneinander gesucht wurden. Es spricht also gar nichts dagegen, es so zu tun, wie es im Wochenpsalm heißt: Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. Doch das Wichtigste beim Beten ist und bleibt nicht die äußere Haltung, sondern die Innere.

 

Christiane Geerken-Thomas, Kreispfarrerin


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Foto: unsplash/Aaron Burden/Kari Shea
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