Nachrichten aus dem Kirchenkreis

„Bereit sein, die Perspektive zu wechseln“

Überreichen der Ernennungsurkunde durch Bischof Thomas Adomeit an Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas.

Überreichen der Ernennungsurkunde durch Bischof Thomas Adomeit an Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas. Foto: ELKiO/H.-W. Kögel

Pfarrerin Christiane Geerken-Thomas als Kreispfarrerin des Kirchenkreises Wesermarsch eingeführt

Am Freitag, 13. November, ist Pfarrerin Christiane Geerken-Thomas von Bischof Thomas Adomeit in der St.-Matthäus-Kirche zu Rodenkirchen als Kreispfarrerin des Kirchenkreises Wesermarsch eingeführt worden. In ihrer Predigt ermutigte Pfarrerin Geerken-Thomas, in Konflikten aufeinander zuzugehen und bereit zu sein, „auch mal die Perspektive zu wechseln.“ Es sei schwer, im Gespräch zu bleiben, „besonders wenn das Gefühl da ist, dass die eigenen Argumente von der anderen Seite nicht verstanden werden.“ Da könne es schon hilfreich sein, sich an die „goldene Regel“ aus dem Lukas-Evangelium (6,13) zu erinnern: „Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, so tut ihnen auch!“
   
Im Blick auf die Entscheidungen, die in der Kirche und im Kirchenkreis Wesermarsch in den kommenden Jahren zu treffen seien, werde es immer wieder nötig sein, gut aufeinander zu hören, mahnte die neue Kreispfarrerin. Dabei würden Sachverhalte unterschiedlich eingeschätzt und bewertet werden und wohlmöglich Entscheidungen auch in Frage gestellt. „Immer wieder werden wir uns in andere hineinversetzen müssen, um ihre Argumente zu verstehen. Wir müssen bereit sein, auch mal die Perspektive zu wechseln.“
   
Nach den ersten neun Monaten im Kirchenkreis sei sie aber zuversichtlich, dass es gemeinsam gelingen werde, „als Kirche in dieser Region auch weiterhin präsent zu sein, um Gottes Wort zu verkündigen und lebendige Kirche zu sein.“ Unter den extremen Bedingungen in diesem Jahr hätten die Gemeinden gezeigt, „als Kirche da zu sein“. Auch hier sei Abstimmung nötig gewesen. „Aber wir mussten nicht alles auf die gleiche Weise und mit denselben Entscheidungen tun, solange es im geschwisterlichen Miteinander geschieht“, so Geerken-Thomas.
   
Bischof Thomas Adomeit würdigte Geerken-Thomas als eine Pfarrerin „die weiß, auf was und auf wen sie sich einlässt.“ Sie kenne sich in der Region aus und könne „mit ihrer Ortskenntnis manche Hindernisse auf dem Weg locker umgehen.“ Der Kirchenkreis Wesermarsch sei auf einem guten Weg, den Herausforderungen für die Zukunft zu begegnen. Und mit Christiane Geerken-Thomas habe der Kirchenkreis eine Kreispfarrerin, die diesen Weg mitgestalten will. „Mal vorneweg, um zu orientieren, mal an der Seite, um zu begleiten – zu hören und zu unterstützen, mal bei den Langsameren, um niemanden zu verlieren“, sagte der Bischof in seiner Einführungsansprache.
   
Zusammen mit Pfarrerin Sonja Brockmann, Pfarrer i.R. Bernd Rüger und dem Mitglied im Kreiskirchenrat, Ingo Ostendorf, sprach Bischof Thomas Adomeit der neuen Kreispfarrerin die Bitte um Gottes Geleit und seine Orientierung zu. Musikalisch wirkten am Gottesdienst Kantorin Natalia Gvozdkova, Elisabeth von Hirschhausen und Kreiskantor Gebhard von Hirschhausen mit.
   
Ursprünglich sollte Kreispfarrerin Geerken-Thomas bereits am 9. Februar in ihr Amt eingeführt werden. Damals hatte der Sturm Sabine kurzfristig zu einer Absage geführt. Ein zweiter Termin am 19. April wurde durch den Lockdown im Frühjahr verhindert. An diesem dritten Termin nun konnten durch die Corona-bedingten Einschränkung nur wenige Menschen den Gottesdienst besuchen. 


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