Nachrichten aus dem Kirchenkreis

Gegen das Vergessen

Kranzniederlegung

Kranzniederlegung, Foto: NWZ, Bultmann

Neuer Gedenkort für verstorbene Zwangsarbeiter in Blexen

Am Volkstrauertag hat die Kirchen-gemeinde Blexen in einem Gottesdienst in der St.-Hippolyt-Kirche der 154 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gedacht, die durch harte Arbeit und menschenunwürdige Zustände im Lager Papenkuhle zu Tode gekommen sind. Die Stadt Nordenham hatte zum diesjährigen Volkstrauertag 75 Jahre nach Kriegsende die Grabstätte aufgewertet und mit zwei Stelen versehen. Auf ihnen sind nun die Namen der 154 dort Begrabenen in deutscher und russischer Sprache aufgeführt.

„Die Würde beginnt mit dem Namen“ sagte Bischof Adomeit in seiner Predigt. Die Bibel erinnere uns am Ende des Kirchenjahres an die Endlichkeit unseres Lebens, aber sie lenkt gleichzeitig den Blick über den Tod in Gottes Ewigkeit hinaus. Leid durch Krankheit und Tod gehören zum Leben dazu, aber ein anderes sind Leid und Sterben, die durch unzählige Kriege in die Welt gebracht wurden und werden. Adomeit begrüßte die Initiative der Stadt Nordenham, der Grabstätte nun einen angemessenen Rahmen und den zu Tode Gekommenen ihre Namen und ihre Würde zurückzugeben.

Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas ging auf die näheren Umstände der Internierung ein und verband sie mit persönlichen Erfahrungen ihrer Familie auf einem Soldatenfriedhof auf Kreta. Dort entdeckten ihre Kinder auf Grabsteinen den eigenen Familienamen. Durch die Namen und die Geburts- und Sterbedaten der jungen Soldaten entstand eine Verbindung und die Toten wurden aus der Anonymität herausgeholt. Denn Namen geben einem Menschen eine Identität und sie geben ihnen Würde. So wird auch aus der Grabstätte in Blexen ein Erinnerungs- und Mahnmal, nicht nur für die 154 dort begrabenen Opfer von Gewalt­herrschaft, sondern auch für die vielen namenlosen Toten vergangener und heutiger Tage.

Seit dem Volkstrauertag informiert nun auch eine am Eingang zum Friedhof platzierte Tafel über die Hintergründe des Arbeitslagers und der Grabanlage. Sie wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erstellt.


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Sa, 28. Nov. 2020
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