Die Kapelle am Deich, Lemwerder

Kapelle am Deich (T.Schmidt)
Kapelle am Deich

 

 (Foto: Kalbreyer)

 

Kapellenweg 3 - 4 in 27809 Lemwerder

 

 

Ihr genaues Erbauungsdatum ist nicht bekannt. Anhand des Baustils (bis zu 1,15 m dicke Grundmauern; Spitzbogenfenster) ist zu vermuten, daß der älteste Teil aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt. Das kleine Gotteshaus mit etwa 150 Plätzen ist mit 3,86 m über NN an der höchsten Stelle Lemwerders erbaut. Die Kirche (oder ihre Vorgängerin) soll die ehemalige Burgkapelle der Grafen von Versfleth sein, einem Ort, der auf einer Weserhalbinsel erbaut war und um 1280 bei einer Sturmflut zerstört wurde. Es ist auch überliefert, daß Walfänger in dieser Kapelle um Segen für eine heile Rückkehr aus den Nordmeeren beteten, als die Weser noch sehr nah an ihr floß.
Ihren landläufigen Namen „Kapelle am Deich" verdankt sie dem Umstand, daß sie sonst keinen Namenspatron (mehr) hat, und der Tatsache, daß sie und den Deich nur wenige Meter trennen. In der kleinen Kirche befinden sich eine Kanzel von einem unbekannten Künstler aus dem Jahr 1586; ein aus Sandstein sehr grob geschnitzter Taufstein, dessen Alter unbekannt ist; das Grab einer 1697 dort bestatteten Gräfin, aus Dänemark gebürtig, die als Wohltäterin der Kapelle galt und die „mordlich erschossen" wurde; Kerzenleuchter aus Zinn, datiert 1761.
1972 – 75 wurde die Kapelle von außen und innen grundlegend saniert.
Seit dem 4. Advent 2002 befindet sich ein Votiv-Schiff in der Kapelle. Es ist ein Modell der Bark „Pauline", die im 19. Jahrhundert von der Stedinger Weser ins Eismeer auf Walfang ging. Sie ist das Geschenk eines Kapitäns aus Lemwerder aus Dank für 42 Jahre behütete Seefahrt.
In den letzten Jahren ist die Kapelle von innen und außen saniert worden: Im Zuge des Einbaus der neuen Orgel von Claus Sebastian, Geesthacht, 1997 wurde die Empore in den Originalfarben von vor 1797 neu gefaßt, anschließend konnten die Holzdecke und die Bänke in perluttfarbenen Grautönen angeglichen werden. Die jüngste Instandhaltungsmaßnahme ist eine Fugensanierung.

Die St.-Gallus-Kirche Altenesch

 

 

 

(Foto: Tobias Schmidt)

 

Auf dem Strepel 11 in 27809 Lemwerder

 

Der Namenspatron der „Altenescher Kirche" ist kein geringerer als der irische Missionar Gallus, * um 550, Gründer des berühmten Klosters St. Gallen in der Schweiz. 

Der Bau einer dem Hl. Gallus geweihten Kirche auf dem Süderbrook wird 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Es ist archäologisch nachgewiesen, dass das Kirchenschiff den ältesten Teil bildet, der polygonale Chor ist später angebaut worden. Der hölzerne Turm entstand 1720.

Das vollständige Feldsteinfundament der Vorgängerkirche, die während der Schlacht bei Altenesch verbrannt wurde, ist in ca. 1,80 m Tiefe noch vorhanden.
Im Jahr 1231 hatte der Bremer Erzbischof den Papst dazu gebracht, die „garstigen" Stedinger Bauern, die aus alter Tradition keine Abgaben an die Kirche zahlen wollten, zu Ketzern erklären zu lassen. Am 27. Mai 1234 setzte ein großes Kreuzfahrerheer über die Ochtum und schlug die Stedinger vernichtend. Die heutige St.-Gallus-Kirche soll inmitten des (oder eines) Massengrabes mit Opfern aus Bauern und Kreuzfahrern stehen. In ihr befinden sich u. a. eine Kanzel von Ludwig Münstermann, um 1620; eine Weltgerichtsdarstellung als Wandmalerei aus dem 15./16. Jahrhundert; ein Beichtstuhl aus dem 15. Jahrhundert; eine Marienfigur, die jedenfalls über 800 Jahre alt ist, deren Herkunft aber unklar ist, sowie die wahrscheinlich letzte fast vollständig erhaltene Orgel des Stader Meisters Georg Wilhelm Wilhelmi von 1794. 
Zu den Feierlichkeiten des 700jährigen Bestehens der Kirche konnte der Bau eines neuen Daches vollendet werden, die Kirchenmauern wurden von außen saniert. Im Mai 2004 konnte eine große Innenrenovierung durchgeführt werden, bei der die originalen Farbgebungen der Empore und des Altarraums wiederhergestellt wurden. Eine Diplom-Restauratorin hat die Farben der Wandmalerei gesichert, und die Kirche bekam einen neuen Fußboden. Im Jahr 2006 wurde dann die Münstermann-Kanzel von 1619 restauriert. Der fehlende Schalldeckel wurde ergänzt.
Ein ganz großer Wurf gelang der Gemeinde mit der Restaurierung der historischen Wilhelmi-Orgel von 1794/95, dem einzigen noch fast vollständig erhaltenen Instrument des Stader Orgelbauers Georg Wilhelm Wilhelmi. In etwa 15monatiger Bauzeit hat die Orgelmakerij van der Putten aus den Niederlanden dieses wertvolle Instrument liebevoll wiederhergestellt und ihm Klang- und Erscheinungsbild gegeben, das weitestgehend dem Originalzustand entspricht. Die Wiedereinweihung der Orgel fand im September 2008 statt.

Gemeindehaus Lemwerder

Pastorei Altenesch

Pfarrer Jochen Dallas
Pfarrer Jochen Dallas
Pfarrerin Sonja Froese-Brockmann
Pfarrerin Sonja Froese-Brockmann

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