zur Zeit keine Präsenzgottesdienste

Leider finden in unserer Kirchengemeinde zur Zeit KEINE Präsenzgottesdienste statt.

Gottesdienst in Golzwarden am 28.2.2021: »Läuft etwas falsch?«

Wir feiern allein und doch gemeinsam verbunden Gottesdienst.

Wir feiern ihn im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Begrüßung:

Manchmal merke ich gar nicht, dass ich in eine falsche Richtung laufe.

Ich kenne mich doch aus und brauche kein Navi oder GPS.

Ich sage mir: ich schaffe das auch allein.

Und bis ich merke, dass es der falsche Weg ist, kann ganz schön viel Zeit vergehen.

Und wenn es mit einem Weg schon so ist,

wie mag es dann erst mit meinem Leben sein?

Gehe ich da etwa auch in die falsche Richtung?

Gibt es dafür auch eine Art Navi?

Ein Lied wird mir davon erzählen.

 

Vorbereitungsgebet:

Wir kommen zu dir, Gott, aus all unserer Unruhe,

mit so vielen Gedanken, die wir uns machen über das Leben und unsere Welt.

Wir kommen zu dir mit unseren Sorgen und Ängsten, mit Sehnsucht und Hoffnung.

Wir wissen, auch vor uns sind Menschen von dir getröstet und ermutigt worden.

So finden wir uns ein, legen ab, was uns Unruhe macht und auf uns lastet.

Hier dürfen wir aufatmen und darauf vertrauen, dass du, Gott, uns nahe bist.

Amen.

 

 

Lied: Erneure mich, o ewigs Licht (EG 390)

Text: Johann Friedrich Ruopp 1704 / Melodie: Nürnberg 1676

 

1. Erneure mich, o ewigs Licht,

und lass von deinem Angesicht
mein Herz und Seel mit deinem Schein

durchleuchtet und erfüllet sein.

 

2. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist,

der dir mit Lust Gehorsam leist’
und nichts sonst, als was du willst, will;

ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll.

 

3. Auf dich lass meine Sinne gehn,

lass sie nach dem, was droben, stehn,
bis ich dich schau, o ewigs Licht,

von Angesicht zu Angesicht.

 

 

EG.E 50 Psalm 34

Ist Gott eigentlich da, wenn man ihn braucht?

Gefühlt würden viele das verneinen.

Vielleicht gehörte der Psalmbeter auch zu ihnen.

Aber die Erfahrungen die er gemacht hat

und nun im Rückblick sieht, lassen ihn anders reden.

 

Doch die Augen des Herrn schauen freundlich,

wenn sein Blick auf die Gerechten fällt.

Seine Ohren sind offen für ihren Hilfeschrei.

    Das Angesicht des Herrn verfinstert sich,

    wenn er auf das Treiben der Übeltäter blickt.

    Die Erinnerung an sie schafft er aus der Welt.

Die Gerechten schrien und der Herr hörte es.

Er befreite sie aus aller Not.

    Der Herr ist nahe bei den Menschen,

    die im Herzen verzweifelt sind.

    Er hilft denen, die ihren Lebensmut verloren.

Der Gerechte muss viel Böses erleiden.

Doch der Herr wird ihn von allem Übel befreien.

    Er schützt alle Glieder seines Körpers.

    Kein einziger Knochen wird ihm gebrochen.

Wer Böses tut, kommt durch seine Bosheit um,

und wer den Gerechten hasst, muss es büßen.

    Doch der Herr spricht seine Knechte frei.

    Wer bei ihm Zuflucht sucht, muss für nichts büßen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn

und dem Heiligen Geist

    wie es war im Anfang jetzt und allezeit

    und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Ps 34,16-23)

 

Gebet:

Herr, unser Gott, du siehst, wie wir dein Gebot missachten.

Doch du schüttest deinen Zorn nicht über uns,

sondern überwindest unser Versagen mit deiner Liebe.

Wir danken dir für deine Geduld, die du uns entgegenbringst,

die wir oft kaum begreifen können.

Wir bitten dich:

Gib uns mehr Geduld mit uns selbst und mehr Geduld mit anderen.

Lass uns anderen vergeben, wie du uns vergeben hast.

Amen

 

 

LESUNG:

(Markus 12,1-12_basisbibel)

 

Es ist eine mörderische Geschichte, die Jesus erzählt.

Ein Gleichnis von Untreue und Verweigerung bis zum bitteren Ende.

Manchmal braucht es solche Geschichten, um wach zu rütteln.

Sieh doch, wo das endet, wenn einer zuschlägt.

Sieh, was daraus wird, wenn der Mensch sich selbst zum Maß aller Dinge macht.

Fast so scheint es uns entgegen zu schreien aus jenen Worten,

die bei Markus im 12. Kapitel aufgeschrieben sind:

 

(1) Und Jesus begann, ihnen Gleichnisse zu erzählen:

»Ein Mann legte einen Weinberg an.

Er baute eine Mauer darum,

hob eine Grube zum Auspressen der Trauben aus

und errichtete einen Wachturm.

Dann verpachtete er ihn und ging auf Reisen.

(2) Als es an der Zeit war, schickte der Besitzer einen Knecht zu den Pächtern.

Der sollte seinen Anteil vom Ertrag des Weinbergs abholen.

(3) Aber sie packten den Knecht,

verprügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen davon.

(4) Noch einmal schickte der Besitzer einen Knecht.

Dem schlugen sie den Kopf blutig, und beschimpften ihn.

(5) Der Besitzer schickte einen weiteren, den töteten sie.

Er schickte noch viele andere.

Die einen verprügelten sie, die anderen töteten sie.

(6) Da blieb ihm nur noch sein einziger Sohn, den er sehr liebte.

Ihn schickte er als Letzten.

Er sagte sich:

›Vor meinem Sohn werden sie Respekt haben.‹

(7) Aber die Pächter sagten zueinander:

›Er ist der Erbe. Kommt, wir töten ihn, dann gehört sein Erbe uns.‹

(8) Sie packten ihn, töteten ihn und warfen seine Leiche hinaus vor den Weinberg.

(9) Was wird der Weinbergbesitzer jetzt tun?

Er wird selbst kommen, die Pächter töten und den Weinberg anderen anvertrauen.

(10) Ihr kennt doch die Stelle in den Heiligen Schriften:

›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Grundstein geworden.

(11) Der Herr hat ihn dazu gemacht.

Ein Wunder ist geschehen vor unseren Augen.‹«

(12) Die Priester, Schriftgelehrten und Ratsältesten hätten Jesus am liebsten verhaften lassen.

Aber sie fürchteten sich vor der Menge.

Sie hatten verstanden, dass er in dem Gleichnis von ihnen gesprochen hatte.

Sie ließen ihn einfach stehen und gingen weg.

 

 

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

 

und an Jesus Christus,

seinen seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel,

er sitzt zu Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters,

von dort wird er kommen

zu richten die Lebendend und die Toten.

 

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen.

 

 

Lied: Du schöner Lebensbaum des Paradieses (EG 96)

Text: Dieter Trautwein/Vilmos Gyöngyösi 1974 nach dem ungarischen »Paradicsomnak te szép élö fája« von Imre Péczeli Király vor 1641

Melodie: Klausenburg 1744

 

1. Du schöner Lebensbaum des Paradieses, gütiger Jesus, Gotteslamm auf Erden.
Du bist der wahre Retter unsres Lebens, unser Befreier.

 

2. Nur unsretwegen hattest du zu leiden, gingst an das Kreuz und trugst die Dornenkrone.
Für unsre Sünden musstest du bezahlen mit deinem Leben.

 

3. Lieber Herr Jesus, wandle uns von Grund auf, dass allen denen wir auch gern vergeben,
die uns beleidigt, die uns Unrecht taten, selbst sich verfehlten.

 

4. Für diese alle wollen wir dich bitten, nach deinem Vorbild laut zum Vater flehen,
dass wir mit allen Heilgen zu dir kommen in deinen Frieden.

 

5. Wenn sich die Tage unsres Lebens neigen, nimm unsren Geist, Herr, auf in deine Hände,
dass wir zuletzt von hier getröstet scheiden, Lob auf den Lippen:

 

6. Dank sei dem Vater, unsrem Gott im Himmel, er ist der Retter der verlornen Menschheit,
hat uns erworben Frieden ohne Ende, ewige Freude.

 

 

PREDIGT

Heute schon ein Lied gesungen?

Vielleicht unter der Dusche?

Oder beim Frühstück in einen Schlager aus dem Radio mit eingestimmt?

Musik tut ja gut, beschwingt und macht gute Laune.

Wer achtet da eigentlich auf den Text?

Gerade bei englischen Texten mache ich mir ja nicht immer die Mühe

ihn wirklich zu verstehen und zu übersetzen.

Hauptsache es klingt schön.

Und selbst bei deutschen Texten durchdringt man ja nicht immer sofort die Tiefe und den Sinn.

 

Manches Lied kommt ja auch als Spottlied daher.

Worin irgendjemand so richtig durch den Kakao gezogen wird.

Ach, da lässt es sich manchmal herzlich drüber lachen.

Bis ich mich selbst mal in einem solchen Liedtext voller Spott entdecke?

Dann bleibt mir das Lachen schnell im Halse stecken.

Und dann?

Empöre ich mich, weil ich mich durch den Text angegriffen fühle?

Oder denke ich mir: erwischt!

Stimmt, das war keine Glanzleistung von mir.

 

Ich kann mir die Szene gut vorstellen:

Damals in Jerusalem.

Viel Leben tobt auf den Straßen und Plätzen.

Und auf einem belebten Platz spielen auch immer Musiker auf.

Dort versammeln sich zahlreiche Menschen und hören gebannt den Liedern zu.

Humorvolle oder auch ganz anzügliche Lieder werden da gespielt.

Oft sind sie garniert mit einer ordentlichen Portion Schadenfreude.

Bei einer dieser Gelegenheiten nimmt auch Jesaja seine Harfe zur Hand.

Die Zuschauer und Zuhörer freuen sich schon – besonders auf die Schadenfreude natürlich.

Viele kennen diesen Musiker nicht, scheinen nicht zu wissen, dass er auch ein Prophet ist.

Und er hat ein besonderes Lied für sie.

Eins von einem Weinberg.

Schon bald wird ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben.

Im 5. Kapitel des Jesaja-Buches steht der Text dieses Weinbergliedes:

 

(1) Ein Lied von meinem Freund will ich euch singen.

Es ist das Lied von meinem Freund und seinem Weinberg:

Mein Freund hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel.

(2) Er grub ihn um, entfernte die Steine und bepflanzte ihn mit den besten Weinstöcken.

Mittendrin baute er einen Wachturm.

Auch eine Kelter zum Pressen der Trauben hob er aus.

Dann wartete er auf eine gute Traubenernte,

aber der Weinberg brachte nur schlechte Beeren hervor.

(3) Jetzt urteilt selbst, ihr Einwohner von Jerusalem und ihr Leute von Juda!

Wer ist im Recht – ich oder mein Weinberg?

(4) Habe ich irgendetwas vergessen?

Was hätte ich für meinen Weinberg noch tun sollen?

Ich konnte doch erwarten, dass er gute Trauben trägt.

Warum hat er nur schlechte Beeren hervorgebracht?

(5) Ich will euch sagen, was ich mit meinem Weinberg tun werde:

Die Hecke um ihn herum werde ich entfernen und seine Schutzmauer niederreißen.

Dann werden die Tiere ihn kahl fressen und zertrampeln.

(6) Ich werde ihn völlig verwildern lassen:

Die Reben werden nicht mehr beschnitten und der Boden nicht mehr gehackt.

Dornen und Disteln werden ihn überwuchern.

Den Wolken werde ich verbieten, ihn mit Regen zu bewässern.

(7) Wer ist dieser Weinberg?

Der Weinberg des Herrn Zebaot, das sind die Bewohner von Israel.

Die Leute von Juda, sie sind sein Lieblingsgarten.

Der Herr wartete auf Rechtsspruch, doch seht her, da war Rechtsbruch.

Er wartete auf Gerechtigkeit, doch hört nur, wie der Rechtlose schreit.

 

Vielen Menschen wird damals schnell klar geworden sein,

wer mit dem Freund und dem Weinberg gemeint war.

Bilder, die damals häufig verwendet wurden.

Denn der liebe Freund des Jesaja ist natürlich Gott selbst.

Und die erste Strophe handelt über Gottes Fürsorge für seinen Weinberg

und vor allem über dessen Zustand.

Ein fruchtbarer Hügel stand zur Verfügung.

Schon einmal eine wichtige Voraussetzung für einen guten Weinanbau.

Außerdem wurden, als er ordentlich umgegraben wurde,

auch alle störenden Steine aus dem Weg geräumt.

Davon gibt es in Israel wirklich viele.

Und dann wurden sie angepflanzt:

die besten Weinstöcke, die man bekommen konnte.

Mittendrin auch ein Wachturm;

ein Steingebäude, von dem aus man den ganzen Weinberg gut im Blick hatte.

Auch eine Kelter hob der Weinbergbesitzer aus.

Dadurch konnten dann die Trauben gepresst und der Saft der Frucht gewonnen werden.

Die Maische wurde dabei mit den Füßen zertreten.

Bestens vorbereitet und gepflegt konnte der Freund doch nur eine gute Ernte erwarten.

Und dann die große Enttäuschung:

nur schlechte Beeren hängen da an den Stöcken.

 

Und nun sind die Zuhörer aufgefordert.

Hatte der Freund irgendetwas vergessen?

Was hätte er noch mehr für den Weinberg tun können?

Warum nur hat er schlechte Frucht getragen?

Es sind letztlich Worte, die Gott selbst spricht.

Und er bittet, ja fordert geradezu die Leute aus dem Volk auf,

ihre Meinung, ihr Urteil abzugeben.

Sind die schlechten Trauben Schuld des Weinbergbesitzers?

Hat er nicht alles getan, was man tun muss, um eine gute Ernte zu erhalten?

 

So manchem dort in Jerusalem wird da schon anders geworden sein.

Sie werden natürlich den Zusammenhang erkannt haben.

Gott war derjenige, der den Weinberg gepflanzt und gepflegt hat.

Und der Weinberg stand eben für ihr Volk.

Es war ein bekanntes Bild der damaligen Zeit.

Was so scheinbar harmlos als Lied daher kam,

war nun eine klare Anfrage an sie selbst.

Hatte Gott ihnen nicht alles gegeben, was sie zum Leben brauchten?

Die Böden im Land gaben genug Früchte und Ertrag, damit alle satt würden.

Hatte er ihnen nicht auch alles an die Hand gegeben,

damit sie friedlich und respektvoll miteinander leben konnten?

Die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten lagen damals noch im Tempel von Jerusalem.

Sie thronten quasi über der Stadt.

Aber hatten sie sich daran gehalten?

 

Was kann der Freund mit dem Weinberg denn jetzt noch tun?

Menschen, die vom Weinbau etwas verstehen, würden sagen:

diesen Weinberg kann man nur noch aufgeben.

Und das will der Freund auch tun.

Er wird ihn schutzlos sich selbst überlassen.

Er wird also die Schutzmauer aus Stein einreißen.

Dadurch können Tiere ungehindert in den Weinberg eindringen.

Ihn kahl fressen. Ihn zertrampeln.

Ihn zerstören.

Und ohne Pflege werden schon bald Dornen, Disteln und anderes Unkraut wachsen,

die Weinstöcke überragen und so ersticken.

Und zu all dem wird Gott auch noch befehlen, dass es dort nicht mehr regnet.

Kein Wasser. Wasser heißt aber Leben.

Ohne Wasser also auch kein Überleben.

 

So wird deutlich:

auf sich allein gestellt, kann der Weinberg nicht überleben,

geht sozusagen alles den Bach herunter.

 

Und für die, die es noch nicht wussten oder verstanden haben folgt die Auflösung in Strophe drei:

Wer ist der Weinberg?

Der Weinberg in diesem Lied sind die Menschen des alten Israel.

Gott hatte sie einst aus Ägypten geführt und ihnen dieses Land gegeben.

Dort konnten sie sich niederlassen.

Dort hat er sie quasi gepflegt wie einen Weinberg.

Alles vorbereitet und alles getan, dass die Menschen eine Ernte einbringen.

Eine Ernte in Form von Recht und Gerechtigkeit.

Ein friedliches und respektvolles Miteinander.

Doch statt Rechtsspruch nur Rechtsbruch.

Ja, Blut wurde sogar vergossen, um die eigenen Interessen mit aller Macht durchzusetzen.

So waren die Menschen damals.

Und die Gerechtigkeit fiel hinten rüber.

Recht bekam, wer am am meisten zahlte.

Die Rechtlosen schrien zum Himmel.

 

Ein Lied, wo so manchem dort in Jerusalem das Lachen im Halse stecken blieb.

Ganz bestimmt hatten sie mit einem anderen Lied gerechnet.

Eines voller Schadenfreude.

Die meisten Zuhörer haben sich sehr schnell abgewandt und haben dieses Lied sofort vergessen.

Denn Jesaja hält ihnen den Spiegel vor.

Diese Gesellschaft damals meinte zunehmend, ohne Gott leben zu können.

Gott wurde eher ein Objekt, mehr Staffage.

Gottesdienste im Tempel wurden eher Orte,

wo man gesehen wurde oder sich darstellen konnte.

Gewinnmaximierung stand für die Betuchten ganz oben auf der Liste.

Wie es dabei dem kleinen Mann auf der Straße ging, war ihnen völlig gleichgültig.

Eine immer größere Ignoranz machte sich breit.

Und eine Selbstherrlichkeit, die sie blind machte.

Die Katastrophe folgte ein paar Jahrzehnte später,

als das Nachbarvolk der Babylonier das Land eroberte,

fast dem Erdboden gleich machte und auch den Tempel nicht verschonte.

So waren sie wie der schutzlose Weinberg.

 

Hält Jesaja mir auch den Spiegel vor?

Jedenfalls gehöre auch ich zu dem Weinberg.

Einen Ort, den Gott persönlich vorbereitet hat, Steine aus dem Weg geräumt hat,

mit einer Schutzmauer versehen und nur die besten Weinstöcke angepflanzt.

Ja, auch mir hat er alles gegeben, was sie ich zum Leben brauche.

Die Böden des Landes geben genug Früchte und Ertrag, damit alle satt werden können.

Und hat er mir nicht auch alles an die Hand gegeben,

damit wir friedlich und respektvoll miteinander leben können?

 

Nicht jeder mag das hören.

Aber viele machen sich gerade in dieser Pandemiezeit ihre Gedanken.

Sie schauen auf ihr eigenes Leben und bewerten zum Beispiel auch ihren eigenen Konsum recht kritisch.

Und gerade ist das Leben auch sehr eingeschränkt.

Aber wird mir dadurch nicht noch viel deutlicher, dass ich allein das Leben gar nicht in Hand habe?

Dass ich allein so schutzlos bin, wie der ungepflegte Weinberg ohne Schutzmauer?

Ja, vielleicht kann mir das Lied vom Weinberg auch helfen meine eigene Situation zu verstehen.

Zwar sind die Weinstöcke Wind und Wetter ausgesetzt - aber sie werden gepflegt.

So sollte ich bei allem Gott nicht vergessen.

Die Rechnung nicht ohne Gott machen, der im Weinberg arbeitet.

Er tut echt alles, damit auch ich einen guten Ertrag bringe.

Und das heißt vor allem Recht und Gerechtigkeit.

Ein Leben miteinander, statt gegeneinander.

Ein Leben voller Achtung vor anderen und deren Leistung und nicht Missachtung.

 

Gott hat mir wirklich alles an die Hand gegeben, damit ich erfolgreich sein kann.

Und wenn ich das nicht bin, warum ist er dann eigentlich Schuld?

Schaue ich doch noch mal in den Spiegel?

Amen.

 

 

Lied: Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn (EG.E 30)

Text: nach dem spanischen »Anunciaremos tu reino Señor« von Maria Pilar Figuera 1965 übertragen von Diethard Zils und Christoph Lehmann 1983

Melodie: Cristobal Halffter 1965

 

1. Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn,

dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.
Dein Reich in Klarheit und Frieden, Leben in Wahrheit und Recht.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.

 

2. Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.
Dein Reich des Lichts und der Liebe lebt und geschieht unter uns.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.

 

3. Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.
Wege durch Leid und Entbehrung führen zu dir in dein Reich.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.

 

4. Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.
Sehn wir in uns einen Anfang, endlos vollende dein Reich.

Dein Reich komme, Herr, dein Reich komme.

 

Fürbittengebet:

Herr, wir danken dir, dass du uns nicht allein lässt in unserem Elend.

Wir haben uns von dir entfernt und meinen, dass wir auch ohne dich leben können.

Aber du gibst uns nicht auf, sondern kommst in deinem Sohn Jesus Christus zu uns.

Er war unter uns als Mensch aus Fleisch und Blut.

Er hat Freude und Trauer, Glück und Schmerz, ja Leben und Tod erfahren.

Aber mit seinem Wort und Sakrament ist er auch heute noch unter uns,

wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind.

 

Herr, wir bitten dich, lass uns deine Güte, mit der du uns begegnest, nicht vergessen,

sondern auch anderen von dieser Barmherzigkeit weitergeben.

Sie sollen durch uns erfahren, dass du Leben schenkst.

Herr, erbarme dich unser!

 

Gedenke, Herr, an die Leidenden, Trauernden und die am Leben Verzweifelten.

Befreie uns von unserer Eigenliebe und Selbstsucht,

und mache uns fähig, ihnen in deinem Namen beizustehen.

Wir können das Leiden, das uns zu schaffen macht, nicht beseitigen.

Aber wir können es manchmal lindern und Hoffnung vermitteln,

wo alles sinnlos zu sein scheint.

Herr, erbarme dich unser!

 

Tröste und stärke uns mit deinem Wort und mit deinem Geist der Liebe,

der sich auf deine Gnade allein verlässt.

Erhöre unsere Bitten.

Amen.

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuligern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Den dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Segen:

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

 

 

Kontakt:

Pfr. Dirk Jährig

Raiffeisenstraße 21

26919 Brake

0 44 01 – 81 004

dirk.jaehrig@kirche-oldenburg.de

geplante besondere Gottesdienste (abhängig von der pandemischen Entwicklung!)

 

  • Freitag, 5. März von 12-18 Uhr kleine Ausstellung zum Weltgebetstag in der Friedrichskirche zu Hammelwarden mit Ansprechpartnerin vor Ort
  • Sonntag, 21. und 28. März Konfirmationen 2020 des Bezirks Golzwarden in Rodenkirchen
  • Gründonnerstag, 1. April Zeit und Ort noch offen. Bitte beachten Sie Aushänge, Tagespresse, Internet

  • Karfreitag, 2. April

    • um 10 Uhr im Gemeindehaus oder Pfarrgarten Golzwarden
    • um 10 Uhr im Gemeindehaus Brake-Nord
    • um 10 Uhr in der Friedrichskirche Hammelwarden
    • um 15 Uhr zur Sterbestunde in der Stadtkirche

  • Ostersonntag, 4. April

    • um 5.30 Uhr Osternacht im Gemeindehaus Brake-Nord
    • um 5.30 Uhr Osternacht in der Friedrichskirche Hammelwarden
    • 10 Uhr im Gemeindehaus oder Pfarrgarten Golzwarden
    • um 10 Uhr in der Stadtkirche

  • Ostermontag, 5. April um 10.15 Uhr Gottesdienst in der Stadtkirche
  • Sonntag, 18 April Konfirmationen 2021 des Bezirks in der Stadtkirche
  • Sonntag, 25. April Konfirmationen 2021 des Bezirks Golzwarden in Rodenkirchen
  • Sonntag, 2. Mai Konfirmationen 2021 des Bezirks in der Friedrichskirche Hammelwarden
  • Sonntag, 9. Mai 10 Uhr gemeinsamer Gottesdienst zum Jahresfest des Gustav-Adolf-Werkes (Ort steht noch nicht fest)
  • Donnerstag, 13. Mai (Christi Himmelfahrt) 10.15 Uhr gemeinsamer Gottesdienst in der Stadtkirche
  • Pfingstsonntag, 23. Mai an allen vier Orten um 10 Uhr.
  • Pfingstmontag, 24. Mai (Zeit und Ort steht noch nicht fest)
  • Sonntag, 30. Mai Konfirmationen 2020 des Bezirks Brake-Nord

weitere Gottesdiensthinweise

Ansonsten nutzen Sie bitte die Gelegenheit, sich Fernsehgottesdienste am Sonntagmorgen anzusehen

oder sich Rundfunkgottesdienste anzuhören oder z.B. die Morgenandachten Mo bis Sa um 7.50 Uhr auf NDR Kultur.

Weitere Angote finden Sie im Netz: https://www.kirche-oldenburg.de/kirchezuhause oder https://www.ekd.de/kirche-von-zu-hause-53952.htm .

 

Hier folgt ein Gottesdienst für zuhause:

Gottesdienst für zuhause

tägl. 12 Uhr und 18 Uhr läuten die Glocken


Kerze anzünden (oder LED-Kerze)

eine*r liest:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

 

gemeinsam oder abwechselnd lesen:

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße

um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit

werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben

im Hause des HERRN immerdar.

 

Lied

  1. Danke für jeden neuen Morgen,
    danke für jeden neuen Tag.
    Danke, dass ich mit Freud und Sorgen
    zu dir kommen mag.

  2. Danke, bei dir sind wir geborgen,
    was uns der Tag auch bringen mag.
    Denn du wirst immer für uns sorgen
    heut und jeden Tag. (oder ein anderes Lied)

nachdenken oder miteinander sprechen über ein Wort aus der Bibel:

Christus spricht: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

oder: Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, und wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis.

oder: Jesus sagt: »Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden. Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann wird eure Seele Ruhe finden. Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.«

oder: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (oder ein anderes Bibel-Wort)

 

Gebet

Gott, du bist bei uns und hörst unsere Bitten und unseren Dank.

Wir danken dir, dass du uns in deiner Hand geborgen hältst.

Wir bitten dich, sei bei unseren Lieben in nah und fern, sei bei unseren Kranken, bei den Schwachen und Hilfsbedürftigen. Und stärke alle, die ihren Mitmenschen helfend zur Seite stehen.

Besonders denken wir vor dir an …

 

Und gemeinsam beten wir:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass leuchten dein Angesicht über uns und sei uns gnädig.

Erhebe dein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

 

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Fr, 5. Mär. 2021
Der Name des HERRN ist ein starker Turm, der Gerechte eilt dorthin und findet Schutz.
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