Digitale Andachten und Gottesdienste

Viele Kirchengemeinden im Oldenburger Land setzen in diesen Tagen auf sehr kreative Weise auf digitale und elektronische Formen von Gottesdienst und Andacht.

Verschiedene Angebote sind auf dieser Webseite verlinkt: https://www.kirche-oldenburg.de/kirchezuhause  

Andacht Sonntag, 29. März 2020 Judika

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

(Matthäus 20, 28 - Wochenspruch)

Vikar
Henning Menke

Liebe Schwestern und Brüder,

 

wir müssen wieder über Helden reden! Und schon allein daran erkennen wir, in welch aufgewühlten Zeiten wir gerade leben. In Italien hat das Corona-Virus mittlerweile mehre tausende Menschen das Leben gekostet. Hunderte sterben an nur einem Tag. Das Gesundheitssystem und die Krankenhäuser dort sind völlig überlastet. Ärzte berichten unter Tränen davon, dass es nicht genügend Beatmungsgeräte für alle Erkrankten gebe und sie deshalb entscheiden müssten, wer behandelt werde und wer nicht. In vielen Fällen kommt die Hilfe dann den jüngeren Menschen zu, die älteren lässt man sterben. Dass es mitten in Europa einmal wieder solche Zustände geben könnte, habe ich nicht für möglich gehalten. Und wir müssen alles dafür tun, dass sich die Lage nicht auch in Deutschland derart dramatisch zuspitzt. Deshalb sagen Sie es bitte all Ihren Freunden und Verwandten: Bleibt zu Hause!

 

Aber lassen Sie uns nun über einen Helden reden. Sein Name war und ist Giuseppe Berardelli. Er war katholischer Priester und wurde 72 Jahre alt. In den vergangenen Tagen starb auch er in einem völlig überfüllten italienischen Krankenhaus an den Folgen des Corona-Virus'. Die Umstände seines Todes sorgten jüngst für großes Aufsehen. So habe der Priester in völliger Selbstlosigkeit auf ein Beatmungsgerät verzichtet, damit dieses einem ihm fremden jungen Mann das Leben retten konnte. Einer gibt sein Leben, damit ein anderer leben darf. Dieses Opfer hat in der letzten Woche viele Menschen weit über Italien hinaus tief bewegt.

 

Und auch wenn es nach den ersten Meldungen dann schnell hieß, Giuseppe Berardelli habe es nicht ertragen, an das Beatmungsgerät angeschlossen zu sein und es auch deshalb einem anderen überlassen, zeigt uns diese Geschichte doch, wie sehr wir in schweren Zeiten auf Helden angewiesen sind. Wie sehr wir sie brauchen. Und wie viel Kraft wir aus ihrem Tun ziehen können. Daher ist es gerade jetzt so wichtig, von Jesus Christus zu erzählen, der sein Leben „als Lösegeld für viele“ gegeben hat, wie es im Wochenspruch heißt. Er hat die Angst, den Spott, die Folter und den Tod auf sich genommen, damit wir leben dürfen. „Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden.“ (Hebräer 5,9)

 

Wir vertrauen im Leben und im Sterben auf Gott. Möge er uns an seiner väterlichen Hand durch diese aufgewühlten Zeiten führen und sein Angesicht nicht von uns wenden. Bleiben Sie behütet!

 

Ihr Vikar Henning Menke

 

Andacht Sonntag, 22. März 2020 Lätare

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht.

(Johannes 12,24 - Wochenspruch)

Pfarrerin
Renate Boltjes

Liebe Gemeindeglieder und Mitmenschen!

 

Oft fühle ich mich merkwürdig in diesen Tagen. Alles ist so unwirklich. Wahrscheinlich geht es Ihnen ähnlich. Die Bäume werden immer grüner, und die Tage werden länger. Manchmal scheint die Sonne, sodass es uns regelrecht nach draußen zieht. Neues Leben ist zu spüren.

 

Doch auf der anderen Seite stirbt zur Zeit viel Leben ab! Wir müssen uns vorsehen und zurückhalten. Wir können nicht einfach so , ohne nachzudenken, nach draußen gehen. Wir dürfen andere nur sehr eingeschränkt besuchen und sie schon gar nicht umarmen. Denn überall lauert unsichtbar die Gefahr des Coronavirus.

 

Jesus bringt in seinem Bild vom Weizenkorn beides zusammen. Denn das Absterben des Korns, das zunächst unsichtbar verschwindet, führt nach einer Zeit des Wartens zu neuem Leben.

Auch die Beschränkungen, die uns jetzt auferlegt sind, können, so merkwürdig es scheint, neues Leben hervorbringen. Viele werden achtsam fragen: Wer braucht jetzt besonders meine Hilfe? Wem kann ich die Zeit, die ich jetzt übrig habe, weil Termine ausfallen, schenken, indem ich ihn anrufe oder ihm einen Brief schreibe?

Andere, die mit moderner Technik zurechtkommen, können Videos oder anderes unter die Leute bringen. Auch um konkrete Hilfen geht es dabei, denn wir sollten ebenso fragen: Wie können wir denen, deren Existenz durch Verdienstausfall bedroht ist, unter die Arme greifen? So stärken wir einander und wissen dabei das Miteinander, das wir dennoch erleben, mehr zu schätzen.

 

Mit dem Bild des Weizenkorns meint Jesus auch sich selbst. Er spricht von seinem Leiden und Sterben, das uns paradoxer Weise neues Leben bringt. Denn weil Jesus, der Sohn Gottes, wie wir Menschen leidet und stirbt, ist er immer bei uns. Er begleitet uns, wenn wir wie jetzt Sorgen haben. Seine Nähe ist stärker als alles, was uns Angst macht und herunterzieht. Das bedeutet für uns, dass wir nicht verzweifeln müssen, weil Jesus bei uns ist und mit uns lebt.

 

 

Kalenderblatt

So, 29. Mär. 2020
Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.
Psalm 142,4
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