Digitale Andachten und Gottesdienste

Viele Kirchengemeinden im Oldenburger Land setzen in diesen Tagen auf sehr kreative Weise auf digitale und elektronische Formen von Gottesdienst und Andacht.

Verschiedene Angebote sind auf dieser Webseite verlinkt: https://www.kirche-oldenburg.de/kirchezuhause  

Andacht, Sonntag 7. Juni Trintitatis

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

(2. Korinther 13, 13 - Wochenspruch)

Pfarrerin
Renate Boltjes

Liebe Gemeindeglieder und Mitmenschen!

Der heutige Sonntag hat den Namen „Trinitatis“. Dieses Wort wird Ihnen wahrscheinlich noch öfter begegnen, denn nach diesen Sonntag „Trinitatis“ werden alle Sonntage bis fast zum Ende des Kirchenjahres, also bis Anfang November gezählt. Es muss daher etwas Wichtiges sein, was

sich hinter dem Namen „Trinitatis“ verbirgt.

„Trinitatis“ meint die Dreieinigkeit Gottes. Es gibt nur einen Gott, aber er zeigt sich uns auf dreierlei Weise als Gott, der Vater, als Gott, der Sohn Jesus Christus, und als Gott, der Heilige Geist. Das klingt ziemlich theoretisch und abstrakt, aber es meint, dass Gott uns sehr nah kommt. Immer wieder neu und anders zeigt er sich uns, denn er sorgt sich um uns, und er sorgt für uns.

Am deutlichsten dürfen wir das spüren, wenn Gott uns segnet. Die bekannten Segensworte, die uns am Ende jedes Gottesdienstes (auch des Gottesdienstes zum Mitnehmen!) zugesprochen werden, stammen schon aus der Zeit des Mose, aber sie gelten auch uns:

Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. - So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne. (4. Mose 6, 24-27 - Predigttext)

Der Segen besteht nicht nur aus Worten, sondern auch darin, dass Gott etwas tut. Die erhobenen leeren Hände und das Zeichen des Kreuzes beim Segnen machen dabei deutlich, dass wir den Segen von Gott empfangen.

Durch den Segen werden wir mit Gott verbunden; wir sind sein Eigentum. Das wird sichtbar bei der Taufe. Darum heißen wir ja Christen, weil wir zu Christus gehören, und wir sind Gottes Geschöpfe, weil er uns geschaffen hat. Dass Gott uns segnet bedeutet auch, dass er uns gut und wichtig

findet, bevor wir etwas Gutes getan haben, und auch dann wenn wir uns schlecht finden oder fühlen.

Gottes Segen hat viele Facetten, denn zuerst behütet Gott uns und achtet auf uns. Das ist wichtig in dieser Zeit, in der wir uns oft unsicher und allein fühlen. Darum brauchen wir nicht zu resignieren, denn mit Gottes Hilfe werden wir unseren Weg finden. Denn weil Gott bei uns ist, ist unser

Leben hell. Gott strahlt uns an und schenkt uns so Vertrauen, die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Gott gibt uns uns ebenso seinen Frieden, denn er macht unser Leben immer neu heil, sodass wir mit uns zufrieden sein können.

Gott segnet uns, damit wir den Segen weitergeben und Gott und sein Augenmerk auf die richten, um die wir uns Sorgen machen, aber auch um die, mit denen wir uns schwer tun.

Gott segne Sie!

Herzlichst Ihre Pastorin Renate Boltjes

Andacht, 31. Mai 2020 Pfingsten

Es soll nicht durch Heer oder Kraft,

sondern durch meinen Geist geschehen,

spricht der Herr Zebaoth.

(Sacharja 4, 6b - Wochenspruch)

Pfarrerin
Katja Röker

Liebe Mitmenschen,

„Rakkastan sinua“, „jag älskar dig“, „Miluji tě“ ... all diese schönen Worte bedeuten „Ich liebe dich“. Doch was nützen sie einem, wenn man die Sprache nicht versteht? Man kann sich natürlich auch „mit Händen und Füßen“ verständigen. Aber das klappt leider nicht immer. Wenn z. B. ein Grieche „Ja“ sagt, schüttelt er den Kopf, und in Tibet streckt man sich zur Begrüßung die Zunge raus. Das käme bei uns bestimmt nicht gut an.

Noch schwieriger ist das Verstehen, wenn es nicht nur um einzelne Worte oder Gesten geht, sondern um ganze Zusammenhänge. Wir haben z.B. ein wunderbares Grundgesetz, auf dem unser Staat aufgebaut ist und das uns Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gibt. Dennoch kommt es jetzt zu der absurden Situation, dass Menschen gerade diese verbriefte Freiheit nutzen, um auf die Straße zu gehen und zu behaupten, sie seien nicht frei und dürften ihre Meinung nicht sagen. Was nützt einem die beste Rechtsordnung, wenn man nicht versteht, dass man ihr ja eigentlich vertraut?

Damit wir Menschen einander verstehen, sind die gleiche Sprache und eine ähnliche Kultur hilfreich, um Missverständnisse zu vermeiden. Aber das Wichtigste ist wohl, dass man auch verstehen will, und dass man offen für den anderen ist. Wer die Welt immer nur durch seine eigene Brille betrachtet und nur seinen eigenen Standpunkt gelten lässt, wird sich nur schwer mit anderen verständigen können.

In den jetzigen Zeiten müssen wir alle Vieles verstehen: die Aussagen der Virologen, die verschiedenen Standpunkte der Politiker, die Ängste der Risikogruppen, die Sorgen der Wirtschaft, die Nöte der Familien, die Wut, den Frust, die Depression von vielen, den Leichtsinn der Lebenshungrigen, die Bedenken der Vorsichtigen, die selbsternannten und die echten Experten, die Geltungssüchtigen und die, die wirklich etwas zu sagen haben usw. Nicht alle haben Recht, aber alle haben ein Recht darauf, verstanden zu werden. Das ist nicht leicht, zumal wohl niemand von all diesen Regungen unberührt ist. Wer Angst hat und sich von anderen Meinungen schützen muss, der kann nicht gut verstehen. Es fehlt ihm die Offenheit und das Vertrauen sich darauf einzulassen. Umso mehr brauchen wir jetzt die Kraft, einander zuzuhören und wahrzunehmen, damit wir diese Krise als Gemeinschaft bestehen.

Wenn Menschen einander wirklich verstehen, dann war das schon immer ein Geschenk – ja ein Wunder. Die Pfingstgeschichte berichtet uns von so einem Wunder. Viele Menschen aus aller Herren Länder konnten sich auf einmal verstehen, weil jeder den anderen in seiner Muttersprache reden hörte. Kein Problem mehr mit „Rakkastan sinua, ich liebe dich“!  Pfingsten ist das Fest der großen Verständigung. Gott schenkt uns seinen Heiligen Geist, der uns die Herzen, die Ohren und die Augen für den anderen öffnet.

Gottes Geist zieht bei uns ein. Jesus nennt ihn den „Geist der Wahrheit“! Er lehrt uns, einander und auch uns selbst zu verstehen, in Klarheit und in der Barmherzigkeit, die wir alle gerade jetzt besonders nötig haben. Der Heilige Geist schenkt uns das getroste Vertrauen auf Gott, der uns sagt: „Ich liebe dich!“ Leihen wir ihm unser Ohr und wir werden glauben, hoffen und lieben, so wie Gott es sich für uns wünscht!

            Ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen

                                                           Ihre Pastorin Katja Röker

Zum Nachlesen   

Evangelium: Johannes 14, 15-27;    Pfingstgeschichte: Apostelgeschichte 2, 1-21

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So, 7. Jun. 2020
Der HERR kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.
Psalm 98,9
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