Singen für die Seele

Christoph Hartz ist seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde Ovelgönne. Dass er ebenso schon lange nebenamtlicher Mitarbeiter der Kirchengemeinde Vier Kirchen Ovelgönne ist, wissen viele nicht.

 

Boltjes: Seit wann bist du in der Kirchengemeinde aktiv und wie sieht deine Tätigkeit dort aus?

Hartz: Meine Tätigkeit für die Kirchengemeinde begann Mitte der neunziger Jahre. Da wurde ich als Honorarkraft - Im Hauptberuf war ich als Polizeibeamter im Schichtdienst tätig - Organist an der Martins-Kirche Ovelgönne. Das war zu Zeiten der Pastorin Körner und des Kirchenältesten Möller. Um die Stelle zu bekommen, musste ich Herrn Möller auf der Orgel vorspielen. Dabei forderte er mich auf, den Choral "Die güldne Sonne" zu spielen. Weil ich römisch-katholisch bin, kannte ich dieses Lied nicht. Ich musste vom Blatt spielen, aber es hat geklappt und ich bekam die Stelle. Im Jahr 1999 legte ich die D-Prüfung für Organisten ab und im Jahr 2000 die C-Prüfung, bei der zum Orgelspiel die Chorleitung hinzukommt. Im September 2000 wurde ich Chorleiter des Kirchenchores Oldenbrok-Großenmeer mit einer halben Chorleiterstelle. Seit der Fusion der Kirchengemeinden Großenmeer, Oldenbrok, Ovelgönne und Strückhausen zum 1. Januar 2010 bin ich Leiter des Kirchenchores der neuen Kirchengemeinde Vier Kirchen Ovelgönne.

Boltjes: Das ist ja schon eine lange Zeit. Wie kam es dazu, dass du eine Anstellung als Chorleiter bekamst?

Hartz: Es gab eine Chorgruppe in Großenmeer unter der Leitung des Kreiskantors Gebhard von Hirschhausen. Ich wurde gleich nach der bestandenen C-Prüfung gefragt, ob ich den Chor übernehmen könne. Da habe ich zugesagt. Das E-Piano, das dann angeschafft wurde, war für die Chorproben und das Musizieren immer sehr hilfreich. Gerne habe ich mit dem Chor auch besondere Projekte durchgeführt wie z. B. die Einstudierung und Aufführung der Deutschen Messe von Franz Schubert.

Boltjes: Als du Bürgermeister wurdest, haben viele gedacht, dass du keine Zeit mehr dafür findest, den Chor zu leiten. Aber du hast damit nicht aufgehört und das hat bestimmt gute Gründe. Kannst du davon erzählen?

Hartz: Selbstverständlich war für mich, die Chormitglieder, die mich jahrelang begleitet und mitgetragen haben, nicht im Stich zu lassen. Außerdem finde ich es wichtig dass es in meiner Gemeinde, wo ich Bürgermeister bin, einen Kirchenchor gibt. Der politische Rat der Gemeinde Ovelgönne hatte in der letzten Ratsperiode leider wenig Verständnis für meine Arbeit Chorprobentermine. Dadurch mussten viele Proben verschoben werden. Das war eine schwierige Zeit für den Chor! Ich bin dankbar, dass die Chormitglieder hierfür viel Verständnis gezeigt haben. Mit dem neuen Gemeinderat läuft dieses jetzt erheblich besser. In der Regel finden die Sitzungstermine nicht mehr auf einem Donnerstag statt.

Boltjes: Was wünscht du dir für die Chor-arbeit?

Hartz: Ich wünsche mir, dass wir mehr Chormitglieder bekommen, die die Proben regelmäßig wahrnehmen. Dabei freut sich der Chor besonders auf neue junge Stimmen. Außerdem wünsche ich mir, dass viele Menschen merken, wie wohltuend das Singen für die Seele ist. Der Chor ist ja mit verschiedenen Programmen aktiv bei Konfirmationen, Jubiläumskonfirmati-onen und an Feiertagen. Die Musik, die der Chor singt, ist sehr vielfältig von Gospels und modernen Kirchenliedern bis zu Stücken aus der Klassik und Romantik.

Boltjes: Mich interessiert noch: Hat deine Tätigkeit für die Kirchengemeinde auch Auswirkungen auf deine Arbeit als Bürgermeister und umgekehrt?

Hartz: Eindeutig ja! Über die Gemeinsamkeiten, die man erfährt, und durch die religiöse Ausrichtung bekommt man eher Zugang zu den Menschen. Viele Menschen kennen mich über die musikalische Arbeit und natürlich jetzt auch besonders über mein Wirken als Bürgermeister. Die Zusammenarbeit mit der Kirche empfinde ich als Bürgermeister sehr positiv. Dankend hervorheben möchte ich als Beispiel, dass die politische Gemeinde die Gemeindehäuser der Kirche nutzen darf.

Boltjes: Was wünscht du dir für unsere Kirchengemeinde?

Hartz: Ich wünsche mir natürlich vorrangig, dass die kirchenmusikalische Arbeit unterstützt werden möge, materiell und immateriell. Außerdem wünsche ich mir, dass viele Menschen erkennen, dass es ohne Kirche in unserer Gesellschaft nicht geht und dass das Wirken und die Veranstaltungen der Kirche auch dementsprechend gewürdigt werden.

Boltjes: Ich danke dir für dein Engagement für unsere Kirchengemeinde und auch dafür, dass du dich für das Miteinander der Gemeinde Ovelgönne mit der Kirchengemeinde einsetzt.

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Di, 12. Nov. 2019
Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
Hesekiel 34,11
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