Die Kanzel der St. Marcellinus- und Petrus-Kirche in Waddens

Die Kanzel der St. Marcellinus- und Petrus-Kirche in Waddens

Die Kanzel in der Waddenser St. Marcellinus- und Petrus-Kirche steht vorne rechts am Übergang der Südwand zur Apsis. Der Kanzelkorb wurde 1882, als man auch den Kirchturm anbaute, angefertigt. Bei der Renovierung 1972 stattete Zimmerermeister Warns aus Waddens die Kanzel mit einer neuen Treppe und einem achteckigen Träger aus. Das Treppengeländer wurde von Hans Georg Suhr aus Waddens geschmiedet. Die kanzel ist nicht sehr hoch, reicht in der kleinen Kirche aber gut aus, um den Pastor auch hinten noch zu sehen und zu hören.

Über der Kanzeltreppe ist eine durch Schmiedearbeit reich verzierte Sanduhr von 1716 an der Wand angebracht, die von den ursprünglich drei Gläsern nur noch eines hat. Eine sanduhr gehörte früher zu jeder Kanzel. Denn wenn es in der Auslegung der Heiligen Schrift auch um Fragen der Ewigkeit ging, sollte sich der Pfarrer mit seiner Predigt doch an gewisse zeitliche Grenzen halten. – Martin Luther schreibt, zu den Eigenschaften eines guten Predigers gehöre es, zu „wissen, wann es Zeit ist aufzuhören.“

Neben der Kanzel an der Südwand hängt ein Kruzifix, das. zwischenzeitlich restauriert von H. Schüler (Metjendorf), aus der Zeit des Kirchbaus um 1700 stammen dürfte.

Dieses Kruzifix gleich neben der Kanzel soll wohl dem Prediger ebenso wie der Gemeinde die Mitte des Evangeliums von Jesus Christus und des christlichen Glaubens vor Augen führen, dass Jesus Christus sein Leben für uns gegeben hat, damit wir mit Gott versöhnt würden und das ewige Leben hätten.


Klaus Braje

Die Glocke zu Waddens

Die Glocke zu Waddens

Die Glocke der St. Marcellinus- und Petrus-Kirche zu Waddens


Im Turm der St. Marcellinus- und Petrus-Kirche zu Waddens (1696), der 1881/82 an die Westmauer des Gotteshauses angebaut wurde, hängt nur eine Glocke, die im Ton „es“ erklingt.

Ihre Geschichte erschließt sich aus ihrer Inschrift:

„Geklungen hab ich lange Zeit, das Meer sang mir das Grabgeläut. AD1685. Entrissen den Wellen war ich bereit, aufs Neue zu dienen dem Herrn allzeit. AD 1696. Mein Leib zersprungen, kehrte neu geformt ich heim, der Heimat läut ich wieder ew’gen Frieden ein AD 1927.“ *

 

 

1927 wurde die Glocke von der Firma Gebrüder Radler (Hildesheim) umgegossen, weil sie gesprungen war. Die Vorgänger-Glocke stammte, der Inschrift folgend, aus der 1696 abgerissenen größeren Kirche des alten Kirchspiels Waddens. Dieses war angesichts der Folgen der Catharinen-Flut am 25. November 1685 nach einigen Jahren ganz aufgegeben worden. Adolf Blumenberg schreibt dazu in seinem Butjadingen-Buch: „Die Kirche hatte nun kein Dach mehr und der Turm war so zerfallen, daß die Glocken nicht mehr ohne Gefahr geläutet werden konnten. Also mußten sie abgenommen und zu Boden gebracht werden. Eine von ihnen wurde wenig später nach Dedesdorf verkauft… 1666 war sie von Claudi Gage aus Bremen gegossen worden.“ ** Die übrig gebliebene Glocke der alten Waddenser Kirche

wurde der Inschrift nach dann in das neue kleinere Gotteshaus gebracht, das 1696 aus Material der alten Kirche in der Bauerschaft Brüddewarden errichtet wurde.

1927 musste sie umgegossen werden.

 

 

Wenn die heutige Waddenser Glocke auch erst vor knapp 90 Jahren gegossen wurde, so trägt sie, wie ihrer Inschrift zu entnehmen ist, doch einige Jahrhunderte bewegter Geschichte des Dorfes und des Kirchspiels Waddens in sich und hätte, wenn sie könnte, sicher unendlich viel zu erzählen über Freud und Leid der Menschen, die sie auf ihren Wegen mit ihrem Geläut begleitet hat. Auch uns heute begleitet sie mit ihrem Klang zu schönen und schweren Anlässen und lädt uns zu den Gottesdiensten ein: „der Heimat läut ich…ew’gen Frieden ein“. Man kann die Waddenser Glocke zwar auch bei „You Tube<<-- hier klicken   im Internet läuten hören, aber original vor Ort ist das natürlich viel schöner. Dann kann man die Kirche auch nicht nur als Videoaufnahme sehen, sondern sogar hineingehen… und im Gottesdienst dem nachspüren, was es mit dem „ew’gen Frieden“ auf sich hat, den die Glocke der Heimat einläutet.

 

 

(* Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band I, Holzberg Verlag Oldenburg 1983, 4. Auflage 1989, S. 121.

** Adolf Blumenberg: Butjadingen –Land und Leute- gestern und heute-: Hrsg. Gemeinde Butjadingen; Verlag W. Böning, Nordenham, 2002, S. 72)

Klaus Braje

 

 

 

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So, 17. Nov. 2019
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