Langwarderorgelsommer 2026 - das zweite Konzert am 24. Juli 2026 um 19.30
Am 24. Juli findet das zweite Konzert an der historisch wertvollen Kröger-Orgel (1650-51) in Langwarden.
Das Publikum erwartet die einzigartige Möglichkeit einen berühmten Interpreten der barocken Orgelmusik und Musikwissenschaftler Pieter Dirksen aus den Nierdelanden zu hören.
Dirksen konzertiert als Solist am Cembalo wie an der Orgel; außerdem wirkt er als Continuospieler bei verschiedenen Ensembles mit. 1987 beendete er sein Studium
der Musikwissenschaft und publizierte seither eine ausgedehnte Reihe von Studien zur und Ausgaben von barocker Tastenmusik. 1996 promovierte er mit einer Dissertation über die Claviermusik Sweelincks; diese Arbeit wurde mit dem Praemium Erasmianum ausgezeichnet. Darüber hinaus ist Dirksen durch zahlreiche Studien zur Musik von Johann Sebastian Bach hervorgetreten. Bachs Musik steht seit den Jugendjahren von Pieter Dirksen im Mittelpunkt seines musikalischen Interesses, doch hat er immer auch eine starke Affinität zu den Reichtümern der Tastenmusik des siebzehnten Jahrhunderts: zu den englischen Virginalisten, Sweelinck, der norddeutschen Schule, Froberger, dem mediterranen Repertoire, der französischen „klassischen“ Tradition und zu Domenico Scarlatti.
Er ist Titular-Organist an der Severijn-Orgel (um 1650) von Cuijk. CD-Aufnahmen erschienen bei Columns Classics, Vanguard, Deutsche Harmonia Mundi, Channels Classics, Etcetera, Globe, CNM/Wereldomroep und Brilliant Classics.
Im Zentrum des Programms stehet der Magnificat-Zyklus III von Heinrich Scheidemann. Das Magnificat (der Lobgesang Marias) ist in der Westkirchelichen Tradition der Höhepunkt der Abend-Vesper. Zahlreiche Komponisten in der Musikgeschichte bis in die Gegenwart haben das Magnificat vertont. In der Orgelliteratrur des 16. und 17. Jahrhundert gehören die Magnificats-Zyklen zu der Gattungen, die den Komponisten die Möglichkeit boten, ihre Kompositionskunst zu zeigen. Der berühmte Hamburger Organist Scheidemann war Schüler von J. P. Sweelinck in Amsterdam, dem "deutschern Organistenmacher". Seine Kompositionskunst nahm viel Einfluss auf die weiteren Organisten-Generationen. Der Heinrich Scheidemann hatte ebenfalls viele Organisten ausgebildet. Interessant zu wissen ist, dass dabei eine Verbindung nach Langwarden gibt, weil der zweite Organist an der Kröger-Orgel Langwarden Joachim Rochow bei ihm in Hamburg das Orgelspiel studiert hatte. So verbreitete sich die Orgeltradition von den Metropolen aus in die ländliche Gebiete.
Das Programm von P. Dirksen spannt den Bogen von dem "Organistenmacher"-Sweelinck zu der Kust von Dieterich Buxtehude. Die Musik aus Spanien und Italien wird mit zwei Komponisten Francisco Correa de Arauxo (1584-1654) und Girolamo Frescobaldi (1583-1643) vertreten.
Die Langwarder-Orgel mit ihren farbigen Registern ist für das Repertoire aus dem 16. Und 17 Jahrhundert hervorragend geeignet und lässt immer wieder neue überraschende, faszinierende und erfrischende Klänge entdecken.
Der Abend, der um 19:30 beginnt, verspricht ein abwechselungsreiches Erlebnis mit der besterhaltenen historischen Orgel der Wesermarsch.
