Die Konzertreihe „Berner Abendmusiken“ wird in diesem Jahr am 17. Mai. mit einem Kammermusik-Programm im Chorraum der St. Aegidius-Kirche eröffnet.
Die Solisten des Abends sind: Felipe Egaña Labrin, Traversflöte, Oksana Vasilkova, Viola da Gamba und Natalia Gvozdkova, Cembalo
Die Traversflöte und das Cembalo werden in Konzerten unserer Region oft gehört, das Instrument Viola da Gamba ist eher seltener zu hören. Über mehrere Jahrhunderte gehörte Viola da Gambe, ein Streichinstrument mit 6 Saiten, zu den wichtigsten Musikinstrumenten an Höfen und in Adelshäusern Europas.
In vielen Quellen aus dem Zeitraum zwischen Anfang des 16. und bis ins 19. Jahrhundert wurde der Gambenklang als „süß, delikat, angenehm und weich“ beschrieben. Bei Jean Rousseau lesen wir 1687 folgende Worte: „Man kann nicht bestreiten, dass sich nie ein Instrument der menschlichen Stimme so genährt hat wie die Gambe<…>“
In Frankreich nahm dieses Instrument in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts einen erstrangigen Platz unter den Instrumenten.
Das Programm, das die drei Interpreten zusammengestellt haben, besteht ausschließlich aus dem Werken der berühmten französischen Komponisten wie Jean-Philippe Rameau, Antonie Forqueray, dem damaligen führenden Gambisten, und François und Louis Couperin. Alle drei Instrumente erklingen solistisch und im Ensemble. Wie es in Frankreich üblich war, sind alle Stücke entweder Charakter-Stücke oder musikalische Porträts von den künstlerischen oder gesellschaftlichen Berühmtheiten.
Felipe Maximiliano Egaña Labrin ist ein vielseitiger Musiker und Komponist, der aktuell in mehreren Kammermusikensembles und kreativen Projekten in Europa und Amerika aktiv ist. Der in Santiago de Chile geborene F. Labrin studierte Kunst und Musik mit Schwerpunkt Querflöte an der Universität von Chile. Er absolvierte weiterführende Studien in Alter Musik am Königlichen Konservatorium Den Haag und schloss später sein Masterstudium und das Konzertexamen an der Hochschule für Künste Bremen ab.
Oksana Vasilkova wurde in St. Petersburg geboren. Bereits mit 5 Jahren begann sie ihre musikalische Ausbildung. Nach ihrem Abschluss in der Musikfachschule Rimsky-Korsakov in St Petersburg setzte sie ihre Ausbildung an der Hochschule für Künste in Bremen fort. Sie studierte dort Viola da Gamba und Barockvioline. Oksana Vasilkova gibt regelmäßig Konzerte in Deutschland und tritt dabei sowohl als Solistin als auch als Mitglied verschiedener Kammermusikensembles auf.
Natalia Gvozdkova studierte Klavier am Saratower Konservatorium in der damaligen Sowjet Union. Das Interesse an der barocken Cembalo- und Orgelmusik führte sie 2004 nach Deutschland. An der Bremer Hochschule für Künste hat sie Orgel, Cembalo und Kirchenmusik studiert. Nach der Ausbildung zur Orgelsachverständigen hat sie im November 2024 die Stelle als Kantorin in Berne und Orgelsachverständige der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg angetreten. Als künstlerische Leiterin gestaltet sie die Konzertreihe „Berner Abendmusiken“.
Das Konzert beginnt um 19:00, der Eintritt ist frei.
