Konzerte, Chöre und musikalische Veranstaltungen

Berner Abendmusiken
Kantorat Berne

Berner Abendmusiken

Sonntag, 16.08.2026, 19:00 Uhr

Orgelkonzert

Ort
St.-Aegidius-Kirche
Am Kirchhof 4
27804Berne
Konzerte / Theater / Musik
Ausführliche Beschreibung

Natalia Gvozdkova (Berne)

Ansprechpartner
Veranstalter
Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden Berne, Neuenhuntorf und Warfleth
Am Kirchhof 4
27804 Berne
mailto:kirchenbuero.berne@kirche-oldenburg.de

Die Berner Abendmusiken findet in der St. Ägidius-Kirche in Berne, immer um 19 Uhr statt. – Eintritt frei

Langwarder Orgelsommer 2026 - das dritte Konzert am 7. August2026 um 19.30

Langwarder Orgelsommer 2026 - das dritte Konzert am 7. August2026 um 19.30

Das dritte Konzert der Orgelkonzertreihe der historisch wertvollen Kröger-Orgel (1650-51) in Langwarden findet am 7. August statt.

An diesem Abend werden zwei Musikerinnen auftreten: Erika Tandiono aus Bremen und Natalia Gvozdkova aus Berne. Die beiden Künstlerinnen haben ein Programm mit Werken für Gesang und Orgel aus der Zeit der Langwarder Orgel für diesen Abend konzipiert.

Die in Indonesien geborene Sopranistin Erika Tandiono hat sich auf die Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts spezialisiert. Ihre Stimme, Virtuosität und die Kunst des Verzierens begeistern bei jedem Konzert das Publikum. Erika hatte das Privileg, als Solistin in einigen der renommiertesten Konzertsäle der Welt aufzutreten.

2012 studierte sie Gesang und historische Gestik in Melbourne (AU). Von 2015 bis 2018 war sie „Principal Soprano“ an der Scots' Presbyterian Church in Melbourne. Neben ihrer Tätigkeit als freiberufliche Sängerin und Gesangslehrerin in Melbourne arbeitete Tandiono als Zahnarzthelferin. 2018 entschied sie sich nach Deutschland zu kommen, um ihrer Leidenschaft für Alte Musik intensiver nachzugehen. Zusammen mit anderen indonesischen Musikern, die in Europa leben, möchte Erika den Barockgesang in der indonesischen Klassikszene bekannt zu machen. Im Jahr 2020 gewann Erika den Bovicelli Young Talent Award für ihre eigenen Diminutionen (musikalische Verzierungen) beim Bovicelli-Wettbewerb, der sich auf die Vokaldiminutionen der Spätrenaissance und des Frühbarocks konzentriert. Erika schloss 2022 ihr Masterstudium für Alte Musik (Gesang) an der Hochschule für Künste Bremen erfolgreich ab. E. Tandiono arbeitet regelmäßig als Solistin mit verschiedenen renommierten Vokalensembles, Kammermusikensembles und Orchestern der Welt. Sie ist bei Musikfestivals in Europa und Australien zu hören, wie dem Bachfest Leipzig, dem Musikfest Bremen (DE), den Salzburger Festspielen (AT), dem Festival de Pâques, dem Festival de Saintes (FR) und dem Organs of the Ballarat Goldfields Festival (AU). Gemeinsam mit dem Gambisten Dávid Budai ist sie Mitbegründerin der Konzertreihe „Silberner Schwan“.

Natalia Gvozdkova studierte Klavier am Saratower Konservatorium in der damaligen Sowjet Union. Das Interesse an der barocken Cembalo- und Orgelmusik führte sie 2004 nach Deutschland. An der Bremer Hochschule für Künste hat sie Orgel, Cembalo und Kirchenmusik studiert. 2010 – 2014 war sie als Kreiskantorin im Kirchenkreis Salzwedel in Gardelegen (Altmark) tätig. Unter anderem beschäftigte sich N. Gvozdkova in der mitteldeutschen Region mit Fragen der Pflege und des Erhalts der kleinen historischen Dorfinstrumente. Durch Praktika in verschiedenen Orgelbaubetrieben erwarb sie umfangreiche Kenntnisse im Orgelbau.

Nach der Ausbildung zur Orgelsachverständigen hat sie im November 2024 die Stelle als Kantorin in Berne (LK Wesermarsch) und Orgelsachverständige der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg angetreten. Im Kirchenkreis Wesermarsch ist Natalia Gvozdkova für Vermittlung und Pflege der Orgelkultur und Orgelmusik beauftragt. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Oldenburgischen Orgellandschaft ist sie auf die Besonderheiten der Entwicklungen in der Orgelgeschichte der Region spezialisiert. Gvozdkova konzertiert auf verschiedenen historischen Orgeln und als Cembalistin in kammermusikalischen Besetzungen. Sie betreut als künstlerische Leiterin zwei Konzertreihen der Region "Langwarder Orgelsommer" und "Berner Abendmusiken".

Im Programm stehen geistliche Konzerte für eine Singstimme und Basso continuo (in diesem Fall - Orgel) von drei Komponisten, die eine Verbindung nach Hamburg hatten: Albert Schop (1632 - 1674 ?), Christian Druhl (um 1615 - nach 1663) und Johann Wofgang Franck (1644 - um 1710).

Albert Schop war der zweite Sohn des berühmten Hamburger Violinisten und Musiker Johann Schop. Er wirkte als Domorganist in Güstrow. Im Programm erklingen zwei Werke aus seiner Sammlung "Exersita vocis", die 1667 in Hamburg gedruckt wurde. 

Christian Druhl stammte aus Neubrandenburg, studierte an der Rostocker Universität und bekam 1641 eine Anstellung als Kantor in Itzehoe. Schon 1642 wurde er Pastor in Kellinghusen bei Itzehoe. Das Komponieren hat Druhl hat nicht aufgegeben. Sein ehrgeiziges musikalisches Projekt, ein Zyklus mit konzertanten Vertonungen aller 150 Psalmen, ging zwar nicht in Erfüllung, aber die überlieferten und gedruckten Psalmkonzerte zu den zehn Psalmen sprechen für sein musikalisches Talent. 

Johann Wolfgang Franck wurde in Mittelfranken geboren und wirkte bis 1679 sowohl als "Director der Comoedie", wobei er die deutschen Opern komponierte, und die Hofkapelle aufbaute, als auch als Kirchenmusiker bei den fürstlichen Gottesdiensten in Ansbach. 1679 flüchtete er nach einem Eifersucht-Mord nach Hamburg und hatte viel Erfolg mit seinen Opernkompositionen bei der Oper am Gänsemarkt. 1682 übernahm er die Leitung der Dommusik.1687 wurde in Hamburg seine Sammlung mit geistlichen Konzerten für eine Singstimme und Basso Continuo unter dem Titel "Musikalische Andachten" im Druck veröffentlicht. Sein Lebensende fand Franck in London, wohin er 1687 auswanderte.

Wie auch bei den zwei Konzerten dieses Jahres erklingt am 7. August auch ein Magnificat-Zyklus für Orgel solo in Langwarden. Dieses Mal wird das die Komposition in fünf Teilen von Melchior Schildt (1592 o. 1593 - 1667) sein. Dieses Werk gehört zu den bemerkenswerten Kompositionen dieser Gattung.

Zwischen den Gesangsvorträgen spielt N. Gvozdkova kurze Orgelstücke von Christian Erbach (um 1570 - 1635), Anthoni van Noordt (um 1619 - 1675) und Mattias Weckmann (vor 1916 - 1674).

Die Komponisten, die für dieses Programm von E. Tandiono und N. Gvozdkova ausgesucht wurden, gehören heute nicht zu den populärsten und werden leider selten aufgeführt. Zu den ihren Lebenszeiten waren sie alle angesehenen musikalischen Persönlichkeiten. Das Konzert am 7. August ist für das Publikum eine hervorragende Möglichkeit in die Klangwelt aus der Zeit der Langwarder Orgel einzutauchen.

Der Abend, der um 19:30 beginnt.

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